Das Handy als Alleskönner kann schon bald das Navi ersetzen

In Kalifornien beschäftigen sich Wissenschaftler intensiv damit, das ohnehin schon multifunktionstüchtige Handy in seinen Funktionen noch weiter auszubauen. Ziel ist es, ein Handy zu entwickeln, das Verkehrsinformationen verbessert. Auch wenn Datenschützer murren, wird an der Entwicklung kontinuierlich weitergearbeitet. Verkehrsdurchsagen sind nicht immer wirklich aktuell. Wer hat das als Autofahrer noch nicht erlebt? Da fährt man in einen Stau hinein, den es gemäß den Verkehrsdurchsagen noch überhaupt nicht gibt oder man wählt den Umweg außerhalb der Autobahn, obwohl der Stau schon längst Vergangenheit ist, den es durch diese zeitaufwendige Aktion zu meiden gilt. Nicht wirklich angenehm, das sehen auch Mathematiker der Universität Berkeley von Kalifornien so.

Dabei handelt es sich längst nicht mehr um eine reine Zukunftsvision, wenn vom sogenannten "Mobile Millenium" die Rede ist. Das bedeutet für den Autofahrer neben der permanenten Erreichbarkeit auch eine topaktuelle Information hinsichtlich der Verkehrslage. Computer und Handy können künftig - wahrscheinlich schon schneller als erwartet - gemeinsame Arbeit leisten, um dem Autofahrer sein Leben deutlich zu erleichtern.

Die weltweit vielen Milliarden Handys, die inzwischen genutzt werden, und zu denen täglich sage und schreibe 1,5 Millionen allein vom Marktführer Nokia hinzukommen, machen es möglich, aktuelle und stets genaue Verkehrslageberichte zu erhalten. GPS ist schon fast ein Standard bei den neuen Handys, nämlich als globales Positionierungssystem, das auf einer satellitengestützten Navigation beruht. Und genau dieses Kommunikationspotential soll nun für die aktuellen Verkehrsmeldungen sinnvoll eingesetzt werden.

Im Großraum San Francisco wird derzeit ein Großversuch gemacht, in dem die Handybesitzer zu Zehntausenden unterwegs sind. Alle Meldungen, die sie über ihr Handy hinsichtlich der Verkehrssituation erhalten, werden durch Gemeinschaftsarbeit in ein realistisches und aktuelles Bild der aktuellen Verkehrssituation umgelegt. Dunkelrot leuchtet da der Bereich der Bay Bridge auf den Handys auf, denn hier handelt es sich um die Verkehrsschlagader zwischen der Halbinsel vor San Francisco und der Stadt Oakland, die eine Millionenmetropole ist. Das Schneckentempo, mit dem die Autos auf dieser Strecke voranschleichen, ist eine logische Folge der Verkehrsüberlastung - und eben die wird auf den Handys auch deutlich angezeigt.

Schon die Daten von 5.000 Handybesitzern reichen übrigens aus, um die Verkehrssituation für solche Nadelöhre wie in San Francisco treffend und aktuell zu beschreiben. In den USA ist geplant, dieses Mobile Millenium schon in der zweiten Hälfte des Jahres 2009 flächendeckend einsetzen zu können, wie das Nokia-Forschungszentrum Palo Alto mitteilt. Die Software kann von Interessenten schnell und einfach aus dem Internet heruntergeladen werden.


Tags: Handy als Alleskönner, Navi
geschrieben am 06.08.2009 17:10 in der Kategorie Allgemein
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