Wie die Bezeichnung Handy entstand

Das Wort "Handy" scheint aus dem Englischen zu stammen. Tatsächlich gibt es hier das Adjektiv "handy", welches soviel wie praktisch, bequem oder handlich bedeutet. Doch ein Substantiv aus diesem Wortstamm ist in der englischen Sprache nicht zu finden.

Im Englischen wird das Mobilfunktelefon als "mobile phone" oder "portable" bezeichnet Spaßeshalber kursiert auch immer noch die Version, dass "Handy" aus dem schwäbischen Sprachgebrauch stamme, speziell aus der Frage "hän die koi Kabel?" abgeleitet. Weder das eine noch das andere ist richtig.

Eine mögliche Erklärung des Namens geht vermutlich bis in die Zeit des zweiten Weltkrieges zurück. Hier wurde von Motorola neben dem Walkie Talkie SCR 300, welches auf dem Rücken getragen werden musste, das Handie Talkie SCR 536 hergestellt. Dieses Gerät konnte man ebenso wie ein Telefon in der Hand halten.

1992 wurde das erste D-Netz-Mobiltelefon von Loewe vorgestellt, welches den Begriff Handy im Namen führte. (HandyTel 100). In anderen Sprachräumen haben sich teilweise sehr bildhafte Bezeichnungen für das Mobilfunktelefon etabliert.

So bezeichnen die Finnen zum Beispiel das tragbare Telefon als "Reisetelefon" (matkapuhelin), während man in der Türkei von einem "Taschentelefon" (fòn phoca) spricht. In asiatischen Ländern wird das Mobiltelefon als "Handmaschine" (sau kei) bezeichnet. Die Italiener bedienen sich entweder des amerikanischen Sprachgebrauches  mit dem Wort Cellular oder verwenden liebevoll den Begriff telefonino, der übersetzt soviel wie "Telefönchen" bedeutet. In arabischen Ländern wird das mobile Telefon als Jawwal bezeichnet. Es ist eine blumige Beschreibung von etwas, "das durch die Gegend spaziert".

Zum Teil sind die Bezeichnungen für Mobilfunktelefone recht fantasievolle Umschreibungen. Wie zum Beispiel der israelische Begriff pelefon, welches soviel wie "Wundertelefon" bedeutet. In Schweden wird das Handy umgangssprachlich als "nalle" bezeichnet. Dies bedeutet soviel wie Teddybär und ist eine Anspielung auf die späten 80er Jahre. Nur reiche "Yuppies" konnten sich damals die teuren Geräte leisten und trugen diese "wie einen Teddybär" unter dem Arm. Die markenbewussten Schweizer bezeichnen das Handy als "Natel". Dies ist eine Abkürzung für den Dienst Nationales Autotelefon. Die Telefongesellschaft Swisscom beansprucht diesen Ausdruck jedoch als geschützte Marke für ihren Dienst und so verbreitet sich auch hier der anbieterunabhängige Name "Handy" immer mehr.


Tags: Geschichte
geschrieben am 12.07.2009 16:29 in der Kategorie Allgemein
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